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Yogaarten

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Hatha Yoga

Hatha Yoga ist der körperorientierte Teil das Yoga. Also jede Form, die den Körper benutzt, ist Hatha Yoga. Sie ist mindestens 1.000 Jahre alt. „Ha“ heißt Sonne, „Tha“ heißt Mond. Der Begriff wird also als Ausdruck der Einheit einander entgegengesetzter Energien gedeutet. „Hatha“ bedeutet Gewalt oder Kraft; damit soll die Anstrengung unterstrichen werden, die notwendig ist, um das eigentliche Ziel zu erreichen. Unter dem Begriff Hatha Yoga werden die Asanas, Pranayama, Meditation sowie die Tiefenentspannungstechniken subsumiert. Das Hauptwerk ist die „Hatha Yoga Pradipika“, hier steht, dass der Hauptzweck des Hatha Yoga die Befähigung zum Raja Yoga, der Herrschaft über den Geist ist und dass Hatha Yoga die Grundlage aller anderen Yogapfade ist. Im Hatha Yoga unterscheidet man nun unterschiedliche Stile:

Ashtanga Yoga

Der Name kommt aus dem „Yogasutra“ von Maharishi Patanjali“. Die von ihm beschriebenen acht Stufen zur Verbindung mit dem Höchsten heissen Ashtanga Yoga. Pattabhi Jois (geb. 1915, kürzlich verstorben, Schüler von Krishnamacharya (1888-1989)) war die Leitfigur des Ashtanga-Vinyasa-Yoga. Es ist ein Yogasystem, das zu den wichtigsten und ausgefeiltesten, aber auch schwierigsten Systemen des Hatha Yoga zählt. Diese Form des Übens ist körperlich stark herausfordernd und besteht aus 6 festgelegten Serien, unterrichtet wird davon meist nur die erste Serie, „Roga Chikitsa“ (Sanskrit für Krankheitsbehandlung) oder sogar nur ein Teil davon, Hilfsmittel wie Blöcke und Gurte sind hier nicht erlaubt. Die Essenz des Systems ist, dass die Asanas mit kontinuierlicher Ujjai Atmung, sowie mit Energieverschlüssen (Bandhas) und Blickfokussierung (Drishti) ausgeführt werden. Die Asanas werden durch Vinyasas (Sonnengüße) miteinander verbunden. Die durch diesen Prozess entstehende Hitze macht den Körper flexibler. Die ganze Praxis wird zur Meditation mit statischen und dynamischen Phasen. Diese Methode des Yoga mag auf einen Betrachter sehr athletisch und körperbetont wirken. Aber im Zentrum von Asthanga Yoga stehen weniger die asanas als drei klassische indische Meditionsmethoden, die während des Übens von Asanas simultan angewandt werden: Der Gebrauch des Bandhas, die Beobachtung und Kontrolle des Atems und die Fokussierung des Blicks. Viele modernen Hatha-Yoga-Stile (alle dynamischen: Power Yoga, Vinyasa, Flow..) leiten sich aus diesem Yoga ab.

Iyengar Yoga

Iyengar ist benannt nach B.K.S. Iyengar (geb. 1918 und Schüler von Krishnamacharya). Er gilt als einer der führenden Yogalehrer weltweit, praktiziert und lehrt Yoga nun seit mehr als 75 Jahren. Iyengar ist der Meister der wissenschaftlichen und therapeutischen Aanalyse der Positionen. Er brachte eine neue Dimension der Genauigkeit und präzisen Ausrichtung in das Üben der Asanas und verhalf dadurch dem Yoga im Westen zu Akzeptanz und Anerkennung. Die exakte Ausrichtung des Körpers, das der jeweiligen Asana angemessene timing und eine ausgewogene Übungssequenz sind die wesentlichen Bestandteile dieses Yogastils. Die Ausführung der Asanas und Pranayamas soll letztendlich die vom Herzen innewohnende Weisheit entfachen, damit ihm Ananda, die Seligkeit entspringt. Die Asanas werden in der Iyengar Methode mit fortschreitender Praxis länger gehalten. Es wird mit allerlei Hilfsmittel den sog. Props gearbeitet. Diese sind Gurte, Klötze, Polster, Rückenbänke und ermöglichen den Yogaübenden auch schwierige Asanas einzunehmen oder auch tiefer in die Positionen zu gehen.

Anusara

Der Begriff Anusara kommt aus dem Sanskrit und bedeutet sinngemäß: sich mit der göttlichen oder universellen Kraft, dem Fluss des Lebens, zu bewegen und dem Herzen zu folgen. Entwickelt wurde der noch sehr junge Stil (1997) von dem Amerikaner John Friend. Er war langjähriger Yogalehrer der Iyengarsystems. Anusara ist für den Körper eines Menschen im 21. Jahrhundert konzipiert. Daher verbindet Anusara die klassischen Yogastellungen basierend auf den Ausrichtungen von B.K.S. Iyengar mit den Prinzipien der Biomechanik und der Spiraldynamik. Die Praxis wird mit dem Gedankengut der tantrischen Philosophie verknüpft. In jeder Asana werden biomechnische Ausrichtungsprinzipien angewandt, damit wird der Übende nach und nach zu seiner optimalen Körperhaltung geführt. Die undogamtische, praktische Spiritualität, die anhand eines Stundenthemas durch die Klasse führt, ist ein weiterer Unterschied zu den anderen Stilen.

Bikram Yoga / Hot Yoga

Beim Bikram Yoga steht eine immer gleich bleibende Abfolge von Asanas im Mittelpunkt der Praxis, die in einem sehr heißen Raum (35-40 °C), angereichert mit 40 % Luftfeuchtigkeit, durchgeführt wird. Ziel dabei ist es den Körper durch Schwitzen zu entgiften und flexibel zu machen. Das Verletzungsrisiko ist geringer, der Körper durch die Wärme flexibler.

Vinyasa Yoga / Vinyasa Flow / Flow Yoga

Flow Yoga basiert auf dem Konzept des Vinyasa. „Vi“ bedeutet „in einer speziellen Weise“ und „nyasa“ kann man als „anordnen/platzieren“ übersetzen.Es gibt also keine festgelegte Reihenfolge, keine vorgegebenen Sequenzen. Der Kreativität hinsichtlich des Aufbaus der Stunde werden keine Grenzen gesetzt. Es ist ein vielfältiges, sich immer veränderndes Üben. Ein Asana verwandelt sich in das nächste, in vorchoreographierten Abläufen. Mit dem Atem wird das Hineingleiten in ein Asana und das Hinausgleiten harmonisch initiiert. Nicht dem Asana allein gilt dem Flow Yoga die volle Achtsamkeit, sondern auch den bewegten Verbindungen. Die Asanas werden Teil eines Ganzen, sind nicht mehr isolierte Formen. Das bekannteste Vinyasa ist der Sonnengruß. Dadurch entsteht bei diesem Yogastil ein Fluss kontinuierlicher Bewegung, eine Meditation in Bewegung. Ein Gefühl der Einheit von Körper, Bewegung, Atem und Geist entsteht. Pranayama sowie Meditation sind ebenfalls Bestandteile im Vinyasa Yoga.

Power Yoga

Power Yoga ist eine freie Art des Ashtanga Yoga und in den USA sehr populär. Hierbei ist man nicht an eine feste Übungsfolge gebunden. Power Yoga entstand Anfang der 80er Jahre in den USA (Vorreiter: Bryan Kest aus LA, Beryl Bender Birch aus NY und Baron Baptiste aus Boston). Es wurde für den modernen westlichen Menschen der heutigen Zeit kreiert, der mit Spirituellem nichts zu tun haben will. Man verzichtet auf Yogarituale wie Chanting, intensives Pranayama, ethische/philosophische Impulse, Guru Verehrung und Mantra Gesänge. Die Asanas werden zu einem fließenden und dynamischen Bewegungsablauf verbunden. Die Abläufe sind so modifiziert, dass jeder sie erlernen und ausführen kann. Bei dem Ausführen der Übungen steht der gleichmäßige und tiefe Atemfluß im Vordergrund. Im Vergleich zu anderen Yogarichtungen ist Power Yoga sehr kraftvoll und schweißtreibend.

Jivamukti Yoga

Im Sanskrit heißt „Jiva“ die Seele des Einzelnen und „Mukti“ bedeutet Befreiung, was soviel bedeutet wie „die Befreiung im Leben“. Jivamukti ist eine 1984 von David Life und Sharon Gannon entwickelte Yogamethode, welche die physischen, philosophischen und spirituellen Aspekte des Yoga wieder vereinen will. Yoga ist mehr als nur ein System von Körperübungen, es ist spirituelle Praxis, ein Weg zu Erleuchtung. Deshalb betont Jivamukti Yoga zwar im Ausgangspunkt eine kräftigende Asanapraxis als Hauptelement, aber daneben spielen andere Elemente des klassischen Yoga wie Meditation, das Singen von Mantren (Chanting) und das Studium der alten Texte eine wichtige Rolle. Die Klassen beinhalten fließende Vinyasa Squenzen, individuelle hands-on Hilfestellungen, Pranayama (Atemübungen), Meditation, Sanskrit Chanting, yoga-philosophische Unterweisungen und eine Tiefenentspannung am Ende der Klasse. In diesem Yogastil wird immer zu Musik praktiziert, auch in einem raschen Tempo. Hier werden sowohl Mantren gespielt aber auch Popmusik.

Jivamukti Yoga baut auf 5 Pfeilern auf:

  1. Heilige Schriften
  2. Bhakti (Hingabe) das Erkennen des Göttlichen in allen Lebewesen
  3. Ahimsa (Gewaltlosigkeit) allen Lebewesen gegenüber als ein Hauptleitbild, thamtisiert werden dabei z.B. ethische Vegetarismus, Tierrechte, Umweltschutz sowie die Notwendigkeit selbst sozial und politisch aktiv zu werden
  4. Musik anregende die Yogapraxis fördernde Musik, Kirtan (Ruf und Antwort Singen)
  5. Meditation

Sivananda Yoga

Benannt nach Samdi Sivananda (1887-1963). Er lehrte einen ganzheitlichen Yoga mit Asanas, Pranayama, Entspannung, gesunder Ernährung, Entwicklung des Pranas durch Kundalini Yoga, Entwicklung der Gefühle mittels Bhakti Yoga (Mantren Singen und Gottesverehrung) und Karma Yoga (tätige Nächstenliebe), Schulung des Geistes durch Raja Yoga und Meditation und durch Erlangung der Unterscheidungskraft durch Jnana Yoga (Yoga der Erkenntnis).Swami Sivananda lehrte die Asanas in einer bestimmten, Jahrhunderte alten Reihenfolge. Diese Reihe ist bekannt als „Rishikeshreihe“bezeichnet nach der Stadt, wo der Sivananda Ashram liegt. Die Übergänge in der Übungsabfolge sind nicht fliessend, die Ausgangsstellung verändert sich von Asana zu Asana. Beim Sivananda Yoga wird der Atem auch mal für kurze Zeit während der Praxis angehalten. S.Y. wird in Deutschland in den sehr verbreiteten Yoga Vidya Zentren gelehrt.

Acro Yoga

Acro Yoga zählt zu den modernen Yogarichtungen und ist 2003 in den USA (San Francisco) entstanden. Acro Yoga wird als Partner Yoga praktiziert. Es verbindet Yogaasanas mit Akrobatikelementen und Thai-Massage. Diese drei alten Lehren bilden das Fundament für ein einzigartiges Verfahren, das auf Vertrauen aufbaut, Verbindungen pflegt und durch seine Verspieltheit die Leichtigkeit in unser Leben zurück bringt. Es ist eine Praxis des Gebens und Nehmens, zu ehren und zu akzeptieren. Beide Yogis sind miteinander Verbunden, während der eine die stabile Platform bildet, läßt sich der andere tragen.

Vini Yoga

Vini Yoga geht auf die indischen Meister Krishnamacharya und Desikachar zurück. Kennzeichen des Vini Yoga ist die Individualität des Einzelnen und die Abstimmung der Yogapraxis entsprechend der Gegebenheiten und Voraussetzungen jedes Einzelnen. Alle Yogahaltungen werden entsprechend den individuellen Bedürfnissen angepaßt. Ursprünglich wurde er nur, wie Desikachar es nennt, als „Ein Mund – zwei Ohren“ gelehrt. Mittlerweile leitet man Vini Yoga auch in Kleingruppen zugunsten des sozialen und gruppendynamischen Effekts. Vini Yoga ist der Ansatz einer individuellen Behandlung von kranken oder beeinträchtigten Menschen, der auch in der daraus entwickelten Yogatherapie umgesetzt wird.

Kundalini Yoga

Yogi Bhajan brachte 1986 das Kundalini Yoga nach Amerika. Er gründete die 3 H Organisation, die Yogi Bhajans Lehren bewahrt und weltweit verbreitet. Die drei "H„´s stehen für happy, healthy, holy (glücklich, gesund, ganzheitlich). Kundalini stammt aus Nordindien und hat eine jahrhundertelange Tradition. Es wurde traditionell im Geheimen von Lehrer zu Schüler mündlich weitergegeben. Yogi Bhajan war der erste, der die geheimen Lehren und Techniken des Kundalini Yoga öffentlich lehrte. Die Kundalini (auch Schlangenkraft) ist eine ruhende Kraft an der Basis der Wirbelsäule, welche die Gegensätzlichkeit von Körper und Geist überbrücken kann. Die Übungen sollen die Kundalini wecken und bewirken, daß sie im Körper von unten bis zum zum obersten Chakra aufsteigt. Mit diesem Erwachen sollen überwältigende Erfahrungen, außersinnliche Wahrnehmungen und ein überwältigendes Glücksgefühl einhergehen. Kundalini Yoga auch“ Yoga des Bewußtseins“ genannt, ist eine Kombination von Asanas mit Pranayama, Mudras, Bhandas, Rezitieren von Mantren, Meditation und Entspannung. Typisch im Kundalini Yoga ist die Dynamik der Ausführung und die im Vergleich zu anderen Yogarichtungen einfachen Grundhaltungen. Die Präzison der Ausführung spielt eine untergeordnete Rolle. Sie sind stets mit Atemführung, innerer Konzentration und dem Gebrauch eines Mantras (Meditationswörter) verbunden. Deshalb wird beim Kundalini auch überwiegend mit geschlossenen Augen praktiziert. Die Übungen werden in fest vorgegebener Reihenfolge (kriya) angeleitet, um eine optimale Wirkung zu erzielen. Nach der Entspannungsphase gehört eine Meditationsübung zu jeder Yogastunde. Hier spielen Mantras eine zentrale Rolle, ebenso auch Mudras (spezielle Finger- und Armhaltungen) sowie innere und äußere Konzentrationspunkte. Die Mantras werden meist auch als Musik abgespielt. Jede Kriya ist thematisch aufgebaut, meist sind dies Themen, die auf positive Effekte im emotionalen Bereich zielen oder aber gezielt das Organ-,Immun- oder endokrine System ansprechen.(z.B. Kriya zur Besserung der Stimmungslage oder Stärkung der Abwehrkräfte) Im Durchschnitt dauert eine Kriya etwa 45 Min. Ein weiterer Bestandteil des Kundalini Yoga ist das weisse Tantra, eine Möglichkeit das Unterbewußtsein zu reinigen. Es ist eine tiefe Erfahrung mit sich selbst und das intensivste, was Kundalini Yoga zu bieten hat. Es wird als Gruppenmeditation in Paaren ausgeführt. Man sitzt einem Partner gegenüber und folgt dann den Meditationsanweisungen.

Tri Yoga

Kali Ray, die Meisterin des Tri Yoga, definiert ihre Flows als Meditation in Bewegung. Im Gegensatz dazu steht Vinyasa, was für sie bedeutet den Prozeß zu denken. Durch die kontinuierliche Wiederholung der Asana-Abfolgen, die wellenförmige Bewegung der Wirbelsäule (durch eine kontinuierlich ausgeführte Flexion und Extension der WS) und die konsequente Integration von Mudras und Atmung wird die bewußte Kontrolle ausgeschaltet. Dabei stellt sich ein tranceartiges Gefühl ein. Tri Yoga kennzeichnet einen linearen und systematischen Aufbau der Übungen. Dieser ist gegliedert von Basic bis Level 7. Dadurch hat der Yogi die Möglichkeit entsprechend seiner körperlichen Voraussetzungen die individuelle Yogahaltung zu finden und er wird auf schonende Weise auf fordernde Asanas vorbereitet.

Integraler Yoga

Diese von Sri Aurobindo entwickelte Form des Yoga vereint die Aspekte Jana, Bhakti und Karma Yoga. Sri Aurobindo bezieht sich damit auf die Terminologie der Bhagavad Gita, die früher ein geistiger Weg war. In der heutigen Zeit wird der integrale Yoga nach Sri Aurobindo als ganzheitlicher Weg in Kombination mit Yogaübungen und Meditation gesehen.

Hormon Yoga

Die Entwicklerin Dinah Rodrigues (aus Brasilien) studierte Psychologie und Philosophie. Als Yogalehrerin entwickelte sie eine Form der Hormontherapie durch Yoga für Frauen in den Wechseljahren. Typische Symptome wie Hitzwallungen, Kopfschmerzen, Osteoporose können durch entsprechende Übungen gelindert werden. Pranayama, Mudras, Bandhas, Mantren, Chakren sind alles Inhalte einer solchen Stunde.

Yin Yoga/ Restorative Yoga

Eine sanfte Variante des Hatha Yoga, die die Energien des Körpers wieder aufbauen soll, es zielt nicht primär auf die Muskeln und Aufbau von Stärke, sondern mehr auf die bindegewebigen Strukturen in der Tiefe. Der Fluß der Lebensenergie des Chi soll gestärkt werden. Es bietet einen Ausgleich zu den meist sehr Yang lastigen Stunden.

Anti-Gravity Yoga / Aerial Yoga

In von der Decke herunterhängenden Tüchern wird ein körperorientierter Yoga praktiziert [4] => 2015-08-04 17:15:34 [inhalte_angelegt] => 2015-08-04 17:15:34 [5] => 2 [inhalte_angelegt_von] => 2 [6] => 2015-08-04 17:26:15 [inhalte_geaendert] => 2015-08-04 17:26:15 [7] => 2 [inhalte_geaendert_von] => 2 [8] => 0 [inhalte_gesperrt] => 0 [teaser] => yoga )

Yogaarten


Hatha Yoga

Hatha Yoga ist der körperorientierte Teil das Yoga. Also jede Form, die den Körper benutzt, ist Hatha Yoga. Sie ist mindestens 1.000 Jahre alt. „Ha“ heißt Sonne, „Tha“ heißt Mond. Der Begriff wird also als Ausdruck der Einheit einander entgegengesetzter Energien gedeutet. „Hatha“ bedeutet Gewalt oder Kraft; damit soll die Anstrengung unterstrichen werden, die notwendig ist, um das eigentliche Ziel zu erreichen. Unter dem Begriff Hatha Yoga werden die Asanas, Pranayama, Meditation sowie die Tiefenentspannungstechniken subsumiert. Das Hauptwerk ist die „Hatha Yoga Pradipika“, hier steht, dass der Hauptzweck des Hatha Yoga die Befähigung zum Raja Yoga, der Herrschaft über den Geist ist und dass Hatha Yoga die Grundlage aller anderen Yogapfade ist. Im Hatha Yoga unterscheidet man nun unterschiedliche Stile:

Ashtanga Yoga

Der Name kommt aus dem „Yogasutra“ von Maharishi Patanjali“. Die von ihm beschriebenen acht Stufen zur Verbindung mit dem Höchsten heissen Ashtanga Yoga. Pattabhi Jois (geb. 1915, kürzlich verstorben, Schüler von Krishnamacharya (1888-1989)) war die Leitfigur des Ashtanga-Vinyasa-Yoga. Es ist ein Yogasystem, das zu den wichtigsten und ausgefeiltesten, aber auch schwierigsten Systemen des Hatha Yoga zählt. Diese Form des Übens ist körperlich stark herausfordernd und besteht aus 6 festgelegten Serien, unterrichtet wird davon meist nur die erste Serie, „Roga Chikitsa“ (Sanskrit für Krankheitsbehandlung) oder sogar nur ein Teil davon, Hilfsmittel wie Blöcke und Gurte sind hier nicht erlaubt. Die Essenz des Systems ist, dass die Asanas mit kontinuierlicher Ujjai Atmung, sowie mit Energieverschlüssen (Bandhas) und Blickfokussierung (Drishti) ausgeführt werden. Die Asanas werden durch Vinyasas (Sonnengüße) miteinander verbunden. Die durch diesen Prozess entstehende Hitze macht den Körper flexibler. Die ganze Praxis wird zur Meditation mit statischen und dynamischen Phasen. Diese Methode des Yoga mag auf einen Betrachter sehr athletisch und körperbetont wirken. Aber im Zentrum von Asthanga Yoga stehen weniger die asanas als drei klassische indische Meditionsmethoden, die während des Übens von Asanas simultan angewandt werden: Der Gebrauch des Bandhas, die Beobachtung und Kontrolle des Atems und die Fokussierung des Blicks. Viele modernen Hatha-Yoga-Stile (alle dynamischen: Power Yoga, Vinyasa, Flow..) leiten sich aus diesem Yoga ab.

Iyengar Yoga

Iyengar ist benannt nach B.K.S. Iyengar (geb. 1918 und Schüler von Krishnamacharya). Er gilt als einer der führenden Yogalehrer weltweit, praktiziert und lehrt Yoga nun seit mehr als 75 Jahren. Iyengar ist der Meister der wissenschaftlichen und therapeutischen Aanalyse der Positionen. Er brachte eine neue Dimension der Genauigkeit und präzisen Ausrichtung in das Üben der Asanas und verhalf dadurch dem Yoga im Westen zu Akzeptanz und Anerkennung. Die exakte Ausrichtung des Körpers, das der jeweiligen Asana angemessene timing und eine ausgewogene Übungssequenz sind die wesentlichen Bestandteile dieses Yogastils. Die Ausführung der Asanas und Pranayamas soll letztendlich die vom Herzen innewohnende Weisheit entfachen, damit ihm Ananda, die Seligkeit entspringt. Die Asanas werden in der Iyengar Methode mit fortschreitender Praxis länger gehalten. Es wird mit allerlei Hilfsmittel den sog. Props gearbeitet. Diese sind Gurte, Klötze, Polster, Rückenbänke und ermöglichen den Yogaübenden auch schwierige Asanas einzunehmen oder auch tiefer in die Positionen zu gehen.

Anusara

Der Begriff Anusara kommt aus dem Sanskrit und bedeutet sinngemäß: sich mit der göttlichen oder universellen Kraft, dem Fluss des Lebens, zu bewegen und dem Herzen zu folgen. Entwickelt wurde der noch sehr junge Stil (1997) von dem Amerikaner John Friend. Er war langjähriger Yogalehrer der Iyengarsystems. Anusara ist für den Körper eines Menschen im 21. Jahrhundert konzipiert. Daher verbindet Anusara die klassischen Yogastellungen basierend auf den Ausrichtungen von B.K.S. Iyengar mit den Prinzipien der Biomechanik und der Spiraldynamik. Die Praxis wird mit dem Gedankengut der tantrischen Philosophie verknüpft. In jeder Asana werden biomechnische Ausrichtungsprinzipien angewandt, damit wird der Übende nach und nach zu seiner optimalen Körperhaltung geführt. Die undogamtische, praktische Spiritualität, die anhand eines Stundenthemas durch die Klasse führt, ist ein weiterer Unterschied zu den anderen Stilen.

Bikram Yoga / Hot Yoga

Beim Bikram Yoga steht eine immer gleich bleibende Abfolge von Asanas im Mittelpunkt der Praxis, die in einem sehr heißen Raum (35-40 °C), angereichert mit 40 % Luftfeuchtigkeit, durchgeführt wird. Ziel dabei ist es den Körper durch Schwitzen zu entgiften und flexibel zu machen. Das Verletzungsrisiko ist geringer, der Körper durch die Wärme flexibler.

Vinyasa Yoga / Vinyasa Flow / Flow Yoga

Flow Yoga basiert auf dem Konzept des Vinyasa. „Vi“ bedeutet „in einer speziellen Weise“ und „nyasa“ kann man als „anordnen/platzieren“ übersetzen.Es gibt also keine festgelegte Reihenfolge, keine vorgegebenen Sequenzen. Der Kreativität hinsichtlich des Aufbaus der Stunde werden keine Grenzen gesetzt. Es ist ein vielfältiges, sich immer veränderndes Üben. Ein Asana verwandelt sich in das nächste, in vorchoreographierten Abläufen. Mit dem Atem wird das Hineingleiten in ein Asana und das Hinausgleiten harmonisch initiiert. Nicht dem Asana allein gilt dem Flow Yoga die volle Achtsamkeit, sondern auch den bewegten Verbindungen. Die Asanas werden Teil eines Ganzen, sind nicht mehr isolierte Formen. Das bekannteste Vinyasa ist der Sonnengruß. Dadurch entsteht bei diesem Yogastil ein Fluss kontinuierlicher Bewegung, eine Meditation in Bewegung. Ein Gefühl der Einheit von Körper, Bewegung, Atem und Geist entsteht. Pranayama sowie Meditation sind ebenfalls Bestandteile im Vinyasa Yoga.

Power Yoga

Power Yoga ist eine freie Art des Ashtanga Yoga und in den USA sehr populär. Hierbei ist man nicht an eine feste Übungsfolge gebunden. Power Yoga entstand Anfang der 80er Jahre in den USA (Vorreiter: Bryan Kest aus LA, Beryl Bender Birch aus NY und Baron Baptiste aus Boston). Es wurde für den modernen westlichen Menschen der heutigen Zeit kreiert, der mit Spirituellem nichts zu tun haben will. Man verzichtet auf Yogarituale wie Chanting, intensives Pranayama, ethische/philosophische Impulse, Guru Verehrung und Mantra Gesänge. Die Asanas werden zu einem fließenden und dynamischen Bewegungsablauf verbunden. Die Abläufe sind so modifiziert, dass jeder sie erlernen und ausführen kann. Bei dem Ausführen der Übungen steht der gleichmäßige und tiefe Atemfluß im Vordergrund. Im Vergleich zu anderen Yogarichtungen ist Power Yoga sehr kraftvoll und schweißtreibend.

Jivamukti Yoga

Im Sanskrit heißt „Jiva“ die Seele des Einzelnen und „Mukti“ bedeutet Befreiung, was soviel bedeutet wie „die Befreiung im Leben“. Jivamukti ist eine 1984 von David Life und Sharon Gannon entwickelte Yogamethode, welche die physischen, philosophischen und spirituellen Aspekte des Yoga wieder vereinen will. Yoga ist mehr als nur ein System von Körperübungen, es ist spirituelle Praxis, ein Weg zu Erleuchtung. Deshalb betont Jivamukti Yoga zwar im Ausgangspunkt eine kräftigende Asanapraxis als Hauptelement, aber daneben spielen andere Elemente des klassischen Yoga wie Meditation, das Singen von Mantren (Chanting) und das Studium der alten Texte eine wichtige Rolle. Die Klassen beinhalten fließende Vinyasa Squenzen, individuelle hands-on Hilfestellungen, Pranayama (Atemübungen), Meditation, Sanskrit Chanting, yoga-philosophische Unterweisungen und eine Tiefenentspannung am Ende der Klasse. In diesem Yogastil wird immer zu Musik praktiziert, auch in einem raschen Tempo. Hier werden sowohl Mantren gespielt aber auch Popmusik.

Jivamukti Yoga baut auf 5 Pfeilern auf:

  1. Heilige Schriften
  2. Bhakti (Hingabe) das Erkennen des Göttlichen in allen Lebewesen
  3. Ahimsa (Gewaltlosigkeit) allen Lebewesen gegenüber als ein Hauptleitbild, thamtisiert werden dabei z.B. ethische Vegetarismus, Tierrechte, Umweltschutz sowie die Notwendigkeit selbst sozial und politisch aktiv zu werden
  4. Musik anregende die Yogapraxis fördernde Musik, Kirtan (Ruf und Antwort Singen)
  5. Meditation

Sivananda Yoga

Benannt nach Samdi Sivananda (1887-1963). Er lehrte einen ganzheitlichen Yoga mit Asanas, Pranayama, Entspannung, gesunder Ernährung, Entwicklung des Pranas durch Kundalini Yoga, Entwicklung der Gefühle mittels Bhakti Yoga (Mantren Singen und Gottesverehrung) und Karma Yoga (tätige Nächstenliebe), Schulung des Geistes durch Raja Yoga und Meditation und durch Erlangung der Unterscheidungskraft durch Jnana Yoga (Yoga der Erkenntnis).Swami Sivananda lehrte die Asanas in einer bestimmten, Jahrhunderte alten Reihenfolge. Diese Reihe ist bekannt als „Rishikeshreihe“bezeichnet nach der Stadt, wo der Sivananda Ashram liegt. Die Übergänge in der Übungsabfolge sind nicht fliessend, die Ausgangsstellung verändert sich von Asana zu Asana. Beim Sivananda Yoga wird der Atem auch mal für kurze Zeit während der Praxis angehalten. S.Y. wird in Deutschland in den sehr verbreiteten Yoga Vidya Zentren gelehrt.

Acro Yoga

Acro Yoga zählt zu den modernen Yogarichtungen und ist 2003 in den USA (San Francisco) entstanden. Acro Yoga wird als Partner Yoga praktiziert. Es verbindet Yogaasanas mit Akrobatikelementen und Thai-Massage. Diese drei alten Lehren bilden das Fundament für ein einzigartiges Verfahren, das auf Vertrauen aufbaut, Verbindungen pflegt und durch seine Verspieltheit die Leichtigkeit in unser Leben zurück bringt. Es ist eine Praxis des Gebens und Nehmens, zu ehren und zu akzeptieren. Beide Yogis sind miteinander Verbunden, während der eine die stabile Platform bildet, läßt sich der andere tragen.

Vini Yoga

Vini Yoga geht auf die indischen Meister Krishnamacharya und Desikachar zurück. Kennzeichen des Vini Yoga ist die Individualität des Einzelnen und die Abstimmung der Yogapraxis entsprechend der Gegebenheiten und Voraussetzungen jedes Einzelnen. Alle Yogahaltungen werden entsprechend den individuellen Bedürfnissen angepaßt. Ursprünglich wurde er nur, wie Desikachar es nennt, als „Ein Mund – zwei Ohren“ gelehrt. Mittlerweile leitet man Vini Yoga auch in Kleingruppen zugunsten des sozialen und gruppendynamischen Effekts. Vini Yoga ist der Ansatz einer individuellen Behandlung von kranken oder beeinträchtigten Menschen, der auch in der daraus entwickelten Yogatherapie umgesetzt wird.

Kundalini Yoga

Yogi Bhajan brachte 1986 das Kundalini Yoga nach Amerika. Er gründete die 3 H Organisation, die Yogi Bhajans Lehren bewahrt und weltweit verbreitet. Die drei "H„´s stehen für happy, healthy, holy (glücklich, gesund, ganzheitlich). Kundalini stammt aus Nordindien und hat eine jahrhundertelange Tradition. Es wurde traditionell im Geheimen von Lehrer zu Schüler mündlich weitergegeben. Yogi Bhajan war der erste, der die geheimen Lehren und Techniken des Kundalini Yoga öffentlich lehrte. Die Kundalini (auch Schlangenkraft) ist eine ruhende Kraft an der Basis der Wirbelsäule, welche die Gegensätzlichkeit von Körper und Geist überbrücken kann. Die Übungen sollen die Kundalini wecken und bewirken, daß sie im Körper von unten bis zum zum obersten Chakra aufsteigt. Mit diesem Erwachen sollen überwältigende Erfahrungen, außersinnliche Wahrnehmungen und ein überwältigendes Glücksgefühl einhergehen. Kundalini Yoga auch“ Yoga des Bewußtseins“ genannt, ist eine Kombination von Asanas mit Pranayama, Mudras, Bhandas, Rezitieren von Mantren, Meditation und Entspannung. Typisch im Kundalini Yoga ist die Dynamik der Ausführung und die im Vergleich zu anderen Yogarichtungen einfachen Grundhaltungen. Die Präzison der Ausführung spielt eine untergeordnete Rolle. Sie sind stets mit Atemführung, innerer Konzentration und dem Gebrauch eines Mantras (Meditationswörter) verbunden. Deshalb wird beim Kundalini auch überwiegend mit geschlossenen Augen praktiziert. Die Übungen werden in fest vorgegebener Reihenfolge (kriya) angeleitet, um eine optimale Wirkung zu erzielen. Nach der Entspannungsphase gehört eine Meditationsübung zu jeder Yogastunde. Hier spielen Mantras eine zentrale Rolle, ebenso auch Mudras (spezielle Finger- und Armhaltungen) sowie innere und äußere Konzentrationspunkte. Die Mantras werden meist auch als Musik abgespielt. Jede Kriya ist thematisch aufgebaut, meist sind dies Themen, die auf positive Effekte im emotionalen Bereich zielen oder aber gezielt das Organ-,Immun- oder endokrine System ansprechen.(z.B. Kriya zur Besserung der Stimmungslage oder Stärkung der Abwehrkräfte) Im Durchschnitt dauert eine Kriya etwa 45 Min. Ein weiterer Bestandteil des Kundalini Yoga ist das weisse Tantra, eine Möglichkeit das Unterbewußtsein zu reinigen. Es ist eine tiefe Erfahrung mit sich selbst und das intensivste, was Kundalini Yoga zu bieten hat. Es wird als Gruppenmeditation in Paaren ausgeführt. Man sitzt einem Partner gegenüber und folgt dann den Meditationsanweisungen.

Tri Yoga

Kali Ray, die Meisterin des Tri Yoga, definiert ihre Flows als Meditation in Bewegung. Im Gegensatz dazu steht Vinyasa, was für sie bedeutet den Prozeß zu denken. Durch die kontinuierliche Wiederholung der Asana-Abfolgen, die wellenförmige Bewegung der Wirbelsäule (durch eine kontinuierlich ausgeführte Flexion und Extension der WS) und die konsequente Integration von Mudras und Atmung wird die bewußte Kontrolle ausgeschaltet. Dabei stellt sich ein tranceartiges Gefühl ein. Tri Yoga kennzeichnet einen linearen und systematischen Aufbau der Übungen. Dieser ist gegliedert von Basic bis Level 7. Dadurch hat der Yogi die Möglichkeit entsprechend seiner körperlichen Voraussetzungen die individuelle Yogahaltung zu finden und er wird auf schonende Weise auf fordernde Asanas vorbereitet.

Integraler Yoga

Diese von Sri Aurobindo entwickelte Form des Yoga vereint die Aspekte Jana, Bhakti und Karma Yoga. Sri Aurobindo bezieht sich damit auf die Terminologie der Bhagavad Gita, die früher ein geistiger Weg war. In der heutigen Zeit wird der integrale Yoga nach Sri Aurobindo als ganzheitlicher Weg in Kombination mit Yogaübungen und Meditation gesehen.

Hormon Yoga

Die Entwicklerin Dinah Rodrigues (aus Brasilien) studierte Psychologie und Philosophie. Als Yogalehrerin entwickelte sie eine Form der Hormontherapie durch Yoga für Frauen in den Wechseljahren. Typische Symptome wie Hitzwallungen, Kopfschmerzen, Osteoporose können durch entsprechende Übungen gelindert werden. Pranayama, Mudras, Bandhas, Mantren, Chakren sind alles Inhalte einer solchen Stunde.

Yin Yoga/ Restorative Yoga

Eine sanfte Variante des Hatha Yoga, die die Energien des Körpers wieder aufbauen soll, es zielt nicht primär auf die Muskeln und Aufbau von Stärke, sondern mehr auf die bindegewebigen Strukturen in der Tiefe. Der Fluß der Lebensenergie des Chi soll gestärkt werden. Es bietet einen Ausgleich zu den meist sehr Yang lastigen Stunden.

Anti-Gravity Yoga / Aerial Yoga

In von der Decke herunterhängenden Tüchern wird ein körperorientierter Yoga praktiziert